1. Bogenschützenclub Sulzbach-Rosenberg

Professionelles Bogenschießen

Die Geschichte des BSC Sulzbach-Rosenberg

Chronik

Bogenschießen war und ist in der geschichtsträchtigen Stadt Sulzbach-Rosenberg keine Unbekannte. Wurde es früher unter anderem zur Verteidigung der Stadt eingesetzt, war es bereits in den Jahren ab 1960 eine Sportart der Versehrtensportler im TV Sulzbach. 1972/1973 machte Manfred Dütsch im Rahmen einer Rehabilitationsmaßnahme Bekanntschaft mit dieser Sportart. Zusammen mit Karl-Heinz Utz, der beim BC Schwarzenfeld die ersten Pfeile fliegen ließ, wurde dort trainiert, die ersten Turniere besucht und die Sportart im Bekanntenkreis vorgestellt. Die Initialzündung zur Gründung eines Bogensportsvereins in Sulzbach-Rosenberg war 1976 die Teilnahme von Manfred Dütsch an den Paralympics in Toronto/Kanada. Am 26. Juli 1976 wurde im Bayerischen Hof der „1. Sulzbacher Bogenschützenclub“ von 14 der 21 Anwesenden gegründet. Manfred Dütsch wurde zum 1. Schützenmeister, Karl-Heinz Utz zu seinem Vertreter und Inge Dütsch zur Kassiererin gewählt. Als Trainingsgelände stand eine Wiese in der Fatzen zur Verfügung. Nach Einsprüchen der Jägerschaft, diese sah durch das lautlose Fliegen der Pfeile die Ruhe des Wildes gestört, wurden dem Club von der Stadt mehrere Areale zur Nutzung angeboten, unter anderem auch der städtische Eislaufplatz. Der Umzug dorthin erfolgte 1977.

 

beginn abschluss
Eröffnung des Eislaufplatzes 1977
Abschlussschießen 1977

 

Der Dynamik des lautlosen Wettkampfsportes „erlagen“ in den Folgejahren zahlreiche Interessenten und die Zahl der Vereinsmitglieder erreichte die magische Zahl 50. Auch sportlich ging es schnell aufwärts. Aktive erzielten die begehrten FITA-Sterne, belegten bei Gau- und Landesmeisterschaften vordere Plätze und einige qualifizierten sich auch bereits zu den Deutschen Meisterschaften. Die „Frühlingspfeile“ von Reutte, die teils bei dichtem Schneegestöber geschossen wurden, gehörten zu den Pflichtbesuchen und schweißte den harten Kern des Vereins gesellschaftlich noch besser zusammen. Jeweils 1978 und 1979 veranstalteten die Herzogstädter Bogenschützen ein eigenes FITA-Turnier mit größtem Erfolg. Der Oberpfälzer Schützenbund überträgt bis in die Gegenwart jedes Jahr mindestens eine Meisterschaft an unseren Verein zur Ausrichtung.

 

retro halle
1979-1980
Hallenturnier 1981

 

1980 gewannen Karl-Heinz Utz, Walter Herrmann und Manfred Dütsch bei den Deutschen Meisterschaften des DSB in Ludwigshafen den Deutschen Vizemeistertitel in der FITA-Runde. 1982 erhielt Manfred Dütsch wieder einmal die Berufung in die Nationalmannschaft und wurde bei den Weltspielen für Versehrte in England Vizeweltmeister. Bei der Jahresversammlung im November 1984 wird als Nachvollzug einer „kleinen Gebietsreform“ die Umbenennung unseres Clubs von „1. Sulzbacher Bogenschützenclub e.V.“ in „1. Bogenschützenclub Sulzbach-Rosenberg e.V.“ beschlossen. 1985 zählten wir zum erfolgreichsten Club im Oberpfälzer Schützenbund. Erhard Wagner wird Deutscher Vizemeister in der Altersklasse, Hanns Sommer, Dieter Saber und Heinz Binder nehmen ebenfalls an dieser DM in Zeven teil. Im September des gleichen Jahres wird Schützenmeister Manfred Dütsch für seine sportlichen Erfolge im Bogen- und Luftgewehrschießen in Bonn von Bundespräsident Richard von Weizäcker die Silbermedaille des Behindertensports (ab 1986 wurde den Behindertensportlern das Silberne Lorbeerblatt zugesprochen) überreicht. Mit 137 Teilnehmern aus 26 Städten feierten wir 1986 mit einem Großen Jubiläumsturnier in der Krötensee-Turnhalle unser 10-jähriges Vereinsbestehen. Erhard Wagner wird 3. Deutscher Meister in der Altersklasse. 1989 steht uns auf dem Eislaufplatz das erste Mal das neue Betriebsgebäude zur Verfügung. Das Problem der „sanitären Unterversorgung“ gehört nun der Vergangenheit an. Nach 13-jähriger Schützenmeistertätigkeit übergibt im Dezember 1989 Manfred Dütsch das Kommando an Hanns Sommer. Manfred wird zum Ehrenschützenmeister ernannt. Dass sich der Mitgliederstand in den nächsten Jahren nicht wie geplant weiter entwickelte, lag keineswegs in der Tätigkeit der Vorstandschaft begründet, sondern war und ist ein Problem, das alle Vereine bis heute betrifft. Die Bereitschaft, persönliche Freizeit für sportliche Erfolge zu opfern, lässt in der Breite ebenso nach, wie die Bereitschaft ehrenamtliche Tätigkeiten mit Freude zu übernehmen.

 

1996 feiert der Verein mit einem großen Festabend im TV-Sportpark sein 20-jähriges Bestehen. Die Vereinsfahrt mit einem Bus nach Südtirol wird ein voller Erfolg. Gesellschaftlich ist unser Verein immer in Takt. Mit einer der größten sportlichen Erfolge der Vereinsgeschichte konnte 1997 gefeiert werden: Unsere 1. Mannschaft mit Hanns Sommer, Günther Denis, Dieter und Wolfram Buegger sowie Gastschütze Ulrich Winter qualifizierte sich für die neugeschaffene 1. Bundesliga. Damit waren wir Mitbegründer dieser Liga, unsere Schützen schossen gegen die besten Schützen aus dem In- und Ausland. Nach dem Weggang zweier Leistungsschützen folgte nach drei Jahren der erwartete Abstieg. Bis heute schießt die 1. Mannschaft aber immer noch in der Regionalliga und belegt dabei immer vordere Plätze. Im November 1999 mussten wir von einem Schützenbruder der ersten Stunde Abschied nehmen. Walter Herrmann - von uns allen nur „Knacki“ genannt - verstarb nach langer schwerer Krankheit. Er war nicht nur Gründungsmitglied, sondern in unserem Verein einfach „Mädchen für alles“. Wenn man ihn brauchte, er war immer da – als Sportskollege und noch mehr als Freund!

 

In der Mitgliederversammlung 2001 erhält der Verein eine neue Führungsspitze. Georg Luber und Wolfgang Gruber werden zum 1. und 2. Vorstand gewählt. Hanns Sommer hatte bereits frühzeitig eine weitere Kandidatur ausgeschlossen und vorbildlich für die neue Führung gesorgt. Auch Hanns wird für seine Verdienste der Titel „Ehrenschützenmeister“ verliehen. Unter der neuen Führung „explodiert“ die Jugendarbeit. Vor allem Wolfgang Gruber macht sich dabei sehr verdient und muss in der Mitte seiner Amtszeit auch den Verein als Schützenmeister führen, da Georg Luber seinen Posten aus beruflichen und privaten Gründen zur Verfügung stellte. Der Verein erreicht 2004 mit 85 Mitgliedern einen Höchststand und der sportliche Nachwuchs macht von sich reden. Stefan Wiesneth qualifizierte sich bereits 2003 zur DM-Feld und belegt dort einen hervorragenden 5. Platz. 2004 startet der Juniorschütze bei allen drei Deutschen Meisterschaften und belegt in der FITA-Runde einen ausgezeichneten 10. Platz. Auch Jugendschütze Markus Wiesneth und Günther Denis starten bei einer DM. Stefan gelingt in diesem Jahr auch erfolgreich der „Griff“ nach dem 1200er FITA-Stern. Ein Erfolg, den vorher noch kein Stammmitglied des Vereins schaffte. Die Mitgliederversammlung im November 2004 wählt Dr. Bernd Wiesneth, der sich bereits zwei Jahre sehr stark im Verein engagierte, zum 1. Schützenmeister. Hanns Sommer übernimmt in einer intakten Vorstandschaft das Amt des 2. Schützenmeisters. Günther Denis engagiert sich als Sportleiter und die verantwortungsvolle Aufgabe der Jugendleitung übernehmen Wolfgang Gruber und Stefan Wiesneth. Alfred Promm fungiert auch weiterhin als Schriftführer und Manfred Dütsch verwaltet in bewährter Manier die Kasse des Vereins. Mit Selbstvertrauen blicken Vorstandschaft und Mitglieder in die Zukunft!

 

„Alle ins Gold“

 

Manfred Dütsch, Ehrenschützenmeister, im Dezember 2004

 

 

 

 

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